Samenbomben selber machen: Die Knaller für eine grünere Stadt
Urban Gardening
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Samenbomben sind der Knaller! Buchstäblich. Die kleinen murmelförmigen Objekte bestehen aus einer Vielzahl an Blumen- und Pflanzensamen, die mit einem Bindemittel gemischt werden, um nicht auseinanderzufallen. Einmal in die Natur geworfen, muss man nur noch warten, bis sie aufblühen. In den folgenden Zeilen erklären wir dir, wie du Samenbomben ganz leicht selber machen kannst. Viel Spaß!

Was sind eigentlich Samenbomben und woher kommen sie?

Es ist nicht ganz klar, wo Samenbomben oder auch Seedbombs genannt, ihren Ursprung haben. Eine Möglichkeit ist Japan als Ursprungsort. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Reisbauer Masanobu Fukuoka seine „nendo dango“ (zu Deutsch: Samenkugeln) dort zur Aussaat von Gerste und Reis. Ein paar junge Leute lebten in den 70ern auf seinem Hof und machten sich mit seiner Technik vertraut. Nur wenige Jahre später machte Fukuokas Art der Landwirtschaft auch in den USA die Runde – unter anderem wegen seines Buches „One Straw Revolution“, das einer der Untermieter aus dem Westen ins Amerikanische übersetzte. Viele sind sich aber über die Geschichte der Samenbomben nicht einig. Es wurde auch darüber berichtet, dass die New Yorker Guerillagärtnergruppe „Green Guerillas“ 1973 ihre Stadt mithilfe dieser Methode begrünt hätte.

Aber wie macht man Samenbomben jetzt selbst?

Vorab: Am besten greifst du zu Saatgut von heimischen Pflanzen. Schließlich sind lokale Erzeugnisse ohne lange Wege immer gut und heimische Pflanzen gedeihen bei bekannten Wetterbedingungen auch leichter. Das Saatgut sollte außerdem unbehandelt sein. Die Pflanzen sollten mit dem Stadtklima klarkommen und am besten den Lebensraum vieler Tiere wie Bienen oder Schmetterlinge bereichern. Lavendel, Sonnenhut oder Ringelblumen eignen sich sehr gut. Aber auch Kräuter oder Gemüsesorten wie Schnittlauch, Kapuzinerkresse oder Radieschen können verwendet werden. Am Ende ist nur entscheidend, dass die Saat genug Wasser bekommt. Deshalb macht es am meisten Sinn, die kleinen Knaller im Frühling zu werfen, bevor es dann später richtig heiß wird.

Um Seedbombs selber zu machen, brauchst du nicht viel. Für ungefähr 20 Samenbomben benötigst du

  • 200 g Tonerde (zum Beispiel Heilerde aus dem Drogeriemarkt),

  • 200g Erde – am besten normale Blumenerde mit etwas Kompost vermischt – und

  • drei Päckchen Saatgut von verschiedenen heimischen Blumensamen.

Wenn du alle Zutaten zusammen hast, geht’s an die Zubereitung.

Vermische die Samen gleichmäßig in einer kleinen Schale. Gib nun die Tonerde und das Erd-Gemisch hinzu und am Ende ein wenig Wasser. Alles schön gleichmäßig vermischen und zu kleinen Kugeln vorsichtig zusammenkneten. Jetzt müssen die Samenbomben nur noch trocknen. Dafür nimmst du am besten Zeitungspapier. Sind die Samenbomben ausgetrocknet, geht’s ans Pflanzen. Mehr als werfen musst du gar nicht machen. Für die Wasser-Zufuhr ist Mutter Erde verantwortlich. Wer nicht warten will, kann natürlich auch mit einer Gießkanne in Aktion treten.

Gerade im Urban Gardening machen diese kleinen Helfer nicht nur gute Laune, sondern sorgen auch dafür, dass deine Stadt in kürzester Zeit ein bisschen grüner wird. Du kannst sie überall hinwerfen, vergraben oder einpflanzen, wo du einen legalen freien Fleck Erde siehst. Richtig gelesen: Man darf die Seedbombs nicht überall verteilen. Vor allem nicht in bereits begrünten Parks oder in Nachbars Vorgarten. Der eigene Garten zum Beispiel ist aber ein guter Ort für deine Samenbomben.

Und? Lust darauf bekommen Samenbomben selber zu machen? Wir sind gespannt auf deine Ergebnisse!